14. Februar 2012  Europa und eine Welt

Pressemitteilung

 

Festnahmen von kurdischen PolitikerInnen und GewerkschafterInnen verstoßen gegen die Europäische Menschenrechtskonvention

 

Am Montag haben die türkischen Behörden erneut mindestens 137 PolitikerInnen aus den Reihen der prokurdischen BDP (Demokratische Friedenspartei) und der Gewerkschaften im Rahmen der so genannten KCK-Verfahren festgenommen.

 

Mehr als 6.200 Inhaftierungen seit den Kommunalwahlen 2009, darunter sechs ParlamentarierInnen, 17 BürgermeisterInnen, 42 AnwältInnen und 99 JournalistInnen verstoßen auf eklatante Weise gegen die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK). Von den jetzigen Festnahmen waren insbesondere GewerkschafterInnen betroffen. Jegliches menschenrechtliches oder zivilgesellschaftliches Engagement, wie auch der Einsatz für die Rechte der kurdischen Bevölkerung werden seitens der AKP-Regierung unter Ministerpräsident Erdoğan als Terrorismus gewertet.

 

Ein solches Vorgehen verstößt gegen die Artikel 10 der EMRK (Recht auf freie Meinungsäußerung), Artikel 11 der EMRK (Vereinigungsfreiheit), Artikel 2 und 5 EMRK (Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person) und blockiert eine demokratische und friedliche Entwicklung der Türkei. Zudem häufen sich die angezeigten Fälle von Folter (Verstoß gegen Artikel 3 EMRK) und extralegale Hinrichtungen (Artikel 2 und 5 EMRK) durch Sicherheitskräfte sowie die Berichte von Kriegsverbrechen durch die türkische Armee.

 

Wenn die Bundesregierung ihr selbst formuliertes Engagement für die Menschenrechte ernst nehmen würde, müssten sofort Maßnahmen gegen die Türkei eingeleitet werden. Aus geostrategischen Absichten bleibt sie jedoch untätig und kriminalisiert auch in Deutschland politisch aktive KurdInnen. Es geht der Bundesregierung dabei um die Neuordnung des Mittleren Ostens und die Sicherung der Öl- und Gasvorkommen, mit der Türkei als entscheidenden Bündnispartner. Aufgrund dieser Begehrlichkeiten werden die Interessen einer Bevölkerungsgruppe von 25 Millionen KurdInnen in der Türkei rücksichts- und anstandslos übergangen.

 

Heidrun Dittrich, MdB, Die Linke

Andrej Hunko, MdB, Die Linke

Ulla Jelpke, MdB, Die Linke

Harald Weinberg, MdB, Die Linke

Cansu Özdemir, MdHBü, Die Linke

Ali Atalan, MdL NRW, Die Linke

Hamide Akbayir, MdL NRW, Die Linke

Barbara Cárdenas, MdL Hessen, Die Linke

Marion Padua, Stadträtin Nürnberg, Linke Liste

Yilmaz Kaba, Landesvorstand Niedersachsen, Die Linke


14. Februar 2012  Europa und eine Welt

SOLIDARITÄT MIT ROBOSKÎ

solidaritaetroboski@gmail.com

KATEGORIE: EINLADUNG ZUR PRESSEKONFERENZ

Februar 6, 2012

EINLADUNG ZUR PRESSEKONFERENZ

Zeit:     Montag, 13.02.2012; 10.30 Uhr
Ort:     Kleines Forum; Bürgerzentrum Alte Feuerwache
Melchiorstr. 3, 50670 Köln

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 28. Dezember 2011, zwischen 21:30 und 22:27 Uhr, wurden 35 kurdische Zivilisten, allesamt türkische Staatsbürger im Alter von 12 bis 25 Jahren, nahe dem Dorf Roboski (türkisch: Ortasu), Kreis Uludere, durch ein Bombardement von türkischen 4 F 16 Kampfflugzeugen getötet.

Den Behörden und dem Militär war bekannt, dass Dorfbewohner der Grenzregion seit Jahren regelmäßig mit Mauleseln die nahe Grenze zum Irak überqueren und Handel treiben. Dieser Vorgang wurde von den Behörden und dem Militär geduldet. Auch am 28. Dezember 2011 war dem Militär definitiv bekannt, dass hier unbewaffnete Zivilisten unterwegs sind.

Nach der Bombardierung hat der türkische Staat zunächst versucht, diesen Vorfall zu verheimlichen. Erst durch die Angehörigen der Opfer und die kurdischen Politiker und Medien erfuhr die Öffentlichkeit von dem Massaker.

Erst danach, 12 Stunden später, berichteten türkische Mainstream-Medien, die Regierung reagierte erst nach 27 Stunden. Es habe sich um einen Irrtum gehandelt, man habe angenommen, es seien PKK’ler, war der Tenor der offiziellen Erklärungen.

Wir, KurdenInnen und TürkInnen in Nordrhein Westfalen, sind entsetzt über die Brutalität dieses Angriffes und über die Unverfrorenheit der Regierung und des Militärs.

Wir verurteilen diesen Angriff aufs Schärfste und fordern die Entsendung einer unabhängigen Untersuchungskommission.

Bei der Pressekonferenz werden wir Ihnen die Initiative „Solidarität mit Roboski“ vorstellen und Hintergrundinformationen zur Bombardierung geben.

Die Landtagsabgeordnete Hamide Akbayir (Die Linke), die direkt nach der Bombardierung mit einer Delegation in Roboski war, wird von ihren Gesprächen mit Augenzeugen und Angehörigen berichten und brisante Fotos und Videoaufnahmen zeigen.

Mit freundlichen Grüßen

Ilkay Yilmaz

für die Initiative Solidarität mit Roboski

Solidarität mit Roboski
c/o TÜDAY – Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.
Melchiorstr. 3, 50670 Köln
Tel: 0160/ 408 44 00
Fax: +49 221 739 24 24
E-Mail: solidaritaetroboski@gmail.com
Infoseite: solidaritaetroboski.wordpress.com (im Aufbau)

ANNEX 4 – PHOTOS

Das Ruhrgebiet braucht sauberes Trinkwasser, kein Politschauspiel!

 

Hamide Akbayir, umweltpolitische Sprecherin, und Rüdiger Sagel, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. NRW 

 

 

 

 

 

 

Im Streit um die Verseuchung des Trinkwassers aus der Ruhr „ergehen sich die Landesregierung und die Fraktionen von SPD und Grünen wie CDU und FDP lediglich in Schuldzuweisungen, statt an einer Problemlösung zu arbeiten“, kritisieren Hamide Akbayir, umweltpolitische Sprecherin, und Rüdiger Sagel, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Landtag NRW. „Die seit Jahren überfälligen Maßnahmen zur Verbesserung des Trinkwassers und zur Entfrachtung von Schadstoffen wurden von allen Fraktionen während ihrer jeweiligen Regierungszeiten vernachlässigt“, sagte Akbayir.

Von einem einzigen „Politschauspiel“ spricht Rüdiger Sagel. Eine breite Lobby in allen Parteien schütze die Wasserwerke vor dringend notwendigen Investitionen in Millionenhöhe, geriere sich im Landtag aber als Wasserschützer. „Seit Jahren ist die Ruhr mit einem ganzen Chemikalien-Cocktail belastet“, sagte Sagel. „Auch die seit Jahren bestehende PFT-Verunreinigung wurde immer noch nicht beseitigt.“ Eine schrittweise Nachrüstung bis 2017 beschere den Bürgerinnen und Bürgern in NRW weitere fünf Jahre Gift in ihrem Trinkwasser.

Offensichtlich gebe es innerhalb der Koalition von SPD und Grünen eine massive Kontroverse darüber, wer die mindestens 180 Millionen Euro für die Aufrüstung der Wasserwerke übernehmen soll, so Sagel. DIE LINKE fordert, schnellstens für sauberes Wasser in der Ruhr zu sorgen und die Grenzwerte einzuhalten, damit im Interesse der Menschen im Ruhrgebiet eine Gefährdung des Trinkwassers auszuschließen ist.

Dichtheitsprüfung – die Zweite

26. Januar 2012 Hamide Akbayir und Rüdiger Sagel

Im Landtag NRW wurde heute erneut über die Dichtheitsprüfung von privaten Abwasserkanälen diskutiert. Zu hören gab es von der Landesregierung allerdings nicht viel Neues. „Das war alter Wein in alten Schläuchen“, kritisiert die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Hamide Akbayir. „Die Notwendigkeit von Dichtheitsprüfungen von Abwasserrohren wird von uns nach wie vor nicht generell in Frage gestellt. Allerdings muss die tatsächliche Verschmutzungsgefahr durch private Abwasserkanäle endlich mal belegt werden  Dies sei jedoch immer noch nicht geschehen.

Es sei nicht akzeptabel, dass Schäden der öffentlichen Abwasserkanalisation auf private Haus- und Wohnungsbesitzer abgewälzt würden, sagte Akbayir. DIE LINKE wolle weiterhin sicherstellen, dass die „kleinen Leute“ nicht wieder zur Kasse gebeten werden. „Wir wollen eine Dichtheitsprüfung, die in Kombination von öffentlichen und privaten Abwasserkanälen durchgeführt wird. Und zwar als Serviceleistung der Kommunen auch für private Hausbesitzer“, sagte sie. Ziel sei es, Synergieeffekte zu nutzen, die privaten Hausbesitzer vor zweifelhaften Firmen zu schützen und dem Umweltschutz Rechnung zu tragen.

„Das größte Problem besteht in der katastrophalen finanziellen Lage der Kommunen, die in vielen Fällen einfach kein Geld für diese Maßnahmen haben“, erklärte Rüdiger Sagel, haushalts- und finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. „Kommunen, die in Finanznöten sind – und das sind dank verfehlter Bundes- und Landespolitik die meisten – sollen nicht alles auf die ,kleinen‘ Steuerzahler abwälzen können“, sagte er. „Das wollen wir sicherstellen, daher unsere bisherige Ablehnung der Dichtheitsprüfung.“

„Es muss sich um einen gezielten Angriff gehandelt haben“

20. Januar 2012  Europa und eine Welt

Vom 31. Dezember 2011 bis 4. Januar 2012 besuchten Cansu Özdemir (Abgeordnete der Fraktion Die Linke. Hamburg), Hamide Akbayir, Ali Atalan (beide Abgeordnete der Fraktion Die Linke.NRW) und der Schriftsteller Robert Jarowoy (Ratsmitglied Fraktion Die Linke in Hamburg) Kurdistan. Anlass der Reise war die Ermordung von 35 kurdischen Zivilisten am 28. Dezember 2011 durch Luftangriffe des türkischen Militärs in Uludere-Roboskî, an der Grenze zum Irak.